7.3.2024 - Diana Bluhm

So läuft’s im Crowdfunding

Starthaus Crowdfunding

Ein Recap der vergangenen Monate im Starthaus Crowdfunding

"Together" als Grafitti an einer Wand
Beim Crowdfunding geht es darum, dass viele Menschen gemeinsam ein Projekt unterstützen – oft für ein ganz besonderes Dankeschön.

Ob wissenschaftliche Forschung, musikalische Vorhaben oder soziale Projekte – Im Starthaus Crowdfunding erhalten viele Projektstarter:innen die nötigen finanziellen Mittel, um ihre Idee erfolgreich umsetzen zu können. Wir haben auf die vergangenen Projekte geschaut und bei den Profis nachgefragt, was gut läuft und was ihr lieber lassen solltet.

Mittlerweile im neunten Jahr vom Starthaus Crowdfunding schauen Sabine Fröhlich und Leslie Schoßmeier-Prigge auf über 300 betreute Projekte zurück. Beide begleiten Projektstarter:innen von der Idee bis zum hoffentlich erfolgreichen Abschluss der Kampagne. Sie geben Workshops, Einzelberatungen und haben mittlerweile viele Tipps auf Lager.„Wichtig ist immer, dass die Kampagne auf den ersten Blick ansprechend wirkt und die Crowd direkt erkennt, worum es geht“, weiß Sabine. „Deshalb sollten die Videos und Fotos hochwertig, aber vor allem auch sympathisch und authentisch sein.“

Was genau bedeutet Crowdfunding?

„Beim Crowdfunding stellen Gründer:innen, Vereine oder andere Interessierte ihre Projekte online auf einer Plattform vor und sammeln Geld dafür ein“, erklärt Leslie. Es gibt verschiedene Formen des Crowdfunding, im Starthaus liegt der Fokus auf dem sogenannten Reward-based-Crowdfunding. Dabei können die Unterstützer:innen entweder einen frei wählbaren Betrag geben oder sich ein sogenanntes Dankeschön als Gegenleistung für ihr Geld aussuchen. Diese sind je nach Projekt sehr unterschiedlich: vom geförderten Produkt über Sponsoringnennungen bis hin zu persönlichen Treffen ist vieles dabei. Gesammelt wird auf der Crowdfunding-Plattform Startnext.

Die Projekte haben einen bestimmten Zeitraum, in dem sie ihr Fundingziel, also eine bestimmte vorab festgelegte Summe, erreichen wollen. „Nach dem Alles-oder-nichts-Prinzip erhalten sie das eingesammelte Geld, wenn sie die angestrebte Summe in dem Zeitraum erreicht haben“, erzählt Leslie. „Haben sie es nicht erreicht, bekommen alle, die Geld geben wollten, wieder zurück und das Projekt geht leer aus.“

Trends aus 2023: Wissenschaft, Bildung und Nachhaltigkeit

Ein Blick auf die Startnext-Seite vom Starthaus Crowdfunding zeigt: Es gibt einen bunten Mix an Projekten. Trotzdem sind einige Branchen häufiger vertreten als andere. „Tatsächlich hatten wir in 2023 mehrere Projekte sowohl aus der Wissenschaft als auch aus dem Bereich Bildung“, fasst Sabine zusammen. Projekte, wie die erste Bremer Rakete von Studis vom Verein ASTRA oder auch der Austausch einer Schülergruppe mit einer Partnerschule in Savannah in den USA, wurden gut angenommen und haben ihre Fundingziele in der festgelegten Zeit erreicht.

Sabine Fröhlich und Leslie Schoßmeier-Prigge im Park
Sabine Fröhlich und Leslie Schoßmeier-Prigge unterstützen Projektstarter:innen für eine erfolgreiche Crowdfunding-Kampagne. © Starthaus/Martin

„Wir sehen außerdem ganz klar einen Trend zu mehr sozial oder ökologisch nachhaltigen Projekten“, sagt Leslie. „Genau dafür haben wir 2021 die Cofunding-Kampagne Social Mission Possible im Auftrag der Senatorin für Wirtschaft, Häfen und Transformation auf die Beine gestellt.“ Die Kampagne unterstützt speziell Projekte, die gesellschaftliche Lösungen angehen, mit einem finanziellen Bonus. So erhalten alle, die ihr Fundingziel erreicht haben, 50 Prozent zur eingesammelten Summe oben drauf. Für die Kampagne gibt es eine eigene Seite auf Startnext.

Auch hier kommen die Projekte aus unterschiedlichen Bereichen, allen voran aber aus der Kategorie „Social Business“. Aber auch Food war häufig vertreten. „2023 haben die sozialen und ökologisch nachhaltigen Crowdfunding-Projekte nochmal richtig Aufschwung erhalten“, erzählt Sabine. „Insbesondere die Kampagne ‚fair gründen‘ hat viele Social Startups motiviert, ein Crowdfunding für ihre Idee, mit der sie sich in Bremen sowie im Globalen Süden engagieren, zu starten.“ Bei der „fair gründen“-Kampagne wurden insgesamt elf Projektstarter:innen von einer Jury zugelassen, von denen sieben ihr Fundingziel am Ende erreicht haben. Diese erhielten dann ein Cofunding der Senatskanzlei und der Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa, also einen zusätzlichen finanziellen Bonus von 50 Prozent des eingesammelten Betrags bis maximal 2.000 Euro pro Projekt. Auf einer großen Abschlussveranstaltung wurden zusätzlich die drei überzeugendsten Projekte mit einem Sonderpreis in Höhe von insgesamt 6.000 Euro ausgezeichnet. Der Sonderpreis war durch die BAB – Die Förderbank und die ÖVB Versicherungen ausgelobt. Am meisten überzeugt hatte die Jury das Projekt "Moringawohl – Wohl für alle!", das kaltgepresstes Moringa-Öl in Bio-Qualität in Tansania herstellen und vor Ort eine landwirtschaftliche Produktion, basierend auf Artenvielfalt und Mischkultur, aufbauen sowie jährlich mindestens 1.000 Moringa-Bäume in Tansania pflanzen will. Platz zwei ging an "Faire Nüsse – faire Welt! Ein Genuss, der die Welt verändert", wobei die Beschaffung und Verarbeitung von Cashewnüssen aus den Dörfern Odienné und Seguéla im Norden der Elfenbeinküste auf faire Art vorangetrieben werden sollte. Die weitere Verarbeitung der Cashewnüsse soll in Bremen abgewickelt werden. Den dritten Platz gewannen Dami Frese, Yadi Rayendra und Galih Batara Muda, die erreichen wollen, dass Kokosfasern als Dämmmaterial verwertet werden. Zudem wollen sie den CO2-Ausstoß in Indonesien verringern, da Kokosfasern bisher bei der Ernte von Kokosnüssen verbrannt werden.

Ausblick auf 2024

Ob mit Projekten in der Bildung, im Food-Bereich oder in der Wissenschaft – Crowdfunding ist für viele eine ausgezeichnete Möglichkeit, um ihr Projekt einer potenziellen Kundschaft zu präsentieren. Nicht nur das Geld, sondern auch die Rückmeldungen der Unterstützer:innen gibt den Projektstarter:innen viele neue Erkenntnisse über zukünftige Entscheidungen. Leslie hat noch einen ganz wichtigen Tipp parat, um das eigene Fundingziel zu erreichen: „Nutzt euer Netzwerk! Macht Marketing! Umso mehr Menschen von eurer Crowdfunding-Kampagne wissen, desto höher ist zum einen die Wahrscheinlichkeit, dass ihr viele Unterstützer:innen findet. So könnt ihr bereits euer Produkt oder eure Dienstleitung bewerben, oftmals bevor ihr überhaupt am Markt seid.“ Und das Schlimmste was man machen könnte? „Nichts“, schmunzelt Sabine. „Informiert euch, kommt zu unseren Workshops und in die Einzelberatungen. Gemeinsam finden wir heraus, ob und wie ihr Crowdfunding bestmöglich für euch nutzen könnt. Hauptsache ihr startet.“

Am Starthaus Crowdfunding interessiert? Schreibt uns gern eine Mail an crowdfunding@starthaus-bremen.de oder ruft uns unter +49 (0)421 9600 372 an, wenn ihr Fragen rund ums Crowdfunding habt. Wir haben die Antworten.

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