1.5.2022 - Jann Raveling

Soft-Drinks neu gedacht

Ding des Monats, Finanzierung

Das Bremer Start-up BETTERGY schafft eine Alternative auf dem Getränkemarkt

Das Team (v.l.n.r.): Nicole Schulz, André Pascal Volkmann, Julia Kassl, Pascal Töben und Sophia Schmidt © Jann Raveling / Starthaus

Erfrischend, ohne Zucker und synthetische Süßstoffe – BETTERGY möchte den deutschen Getränkemarkt aufmischen. Das junge Bremer Start-up präsentiert sich dabei als gesündere und nachhaltige Alternative.

Mehr als 100 Liter Soft- und Energydrinks trinken die Deutschen im Durchschnitt pro Jahr. Dabei konsumieren sie große Mengen an Zucker oder Süßstoffen – ein 250 ml Energydrink kann neun Stück Würfelzucker oder mehr enthalten. Und auch das Koffein in den Dosen entfaltet selten die gewünschte Wirkung: Zusammen mit dem energiereichen Zucker macht er zwar kurzzeitig hellwach – das Tief danach kommt aber genauso schnell. Da hilft nur der Griff zur nächsten zuckerhaltigen Dose …

Das muss doch auch anders gehen!

Das dachte sich zumindest André Pascal Volkmann. Als Gesundheitsexperte und Diabetiker liegt dem Bremer eine gesunde Ernährung ohnehin am Herzen – aber er weiß auch, dass in manchen Situationen etwas zusätzliche Energie genau das Richtige ist. Etwa auf dem Spielfeld: 2015 arbeitete er noch bei Werder Bremen als Ernährungsberater und mixte Getränke für die Spieler, die vor dem Einsatz für den richtigen Energieboost sorgen sollten.

„Natürlich durften da nur gesunde Zutaten herein, kein Zucker oder künstliche Zusatzstoffe. Und da habe ich mich eines Tages gefragt – kann man so etwas nicht auch auf den Markt bringen? Ein Getränk, das längerfristig für ein hohes Energieniveau sorgt, gesund und nachhaltig ist?“, erinnert sich der 32-Jährige.

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Rethink Drinks

Sieben Jahre später ist daraus eine Marke geworden – BETTERGY – und aus der fixen Idee ein junges Start-up. Nach den ersten Prototypen und Test-Chargen will das wachsende Team 2022 nun richtig durchstarten. Ihre Getränke sollen schon bald in den Regalen des deutschen Lebensmittelhandels stehen, in Supermärkten, Tankstellenshops oder Kiosken.

Was ist aber BETTERGY? „Wir sind eine gesündere Alternative in einem aus Zucker und synthetischen Süßstoffen dominierten Markt. Pflanzlich, vegan, natürlich und klimaneutral. Wir stehen zu hundert Prozent hinter unseren Werten – und das merken unsere Kundinnen und Kunden auch“, sagt Nicole Schulz. Die Co-Founderin will BETTERGY damit bewusst von anderen Marken abgrenzen, die zwar Gesundheit und Nachhaltigkeit auf dem Etikett verkaufen, bei dem ein kritischer Blick auf die Zutatenliste diesem Versprechen aber nicht standhält.

Positive Auswirkungen auf den Körper

BETTERGY basiert auf langjähriger Recherchearbeit. „Wir süßen unter anderem mit Ballaststoffen, setzen auf innovative und pflanzliche Zutaten und schauen uns jede Zutat genau an. Auf unserer Webseite haben wir einen Wissensbereich eingerichtet, in dem wir transparent erklären, welche Stoffe wir verwenden und warum“, führt Schulz weiter aus. Sie seien stetig auf der Suche nach neuen Inhaltstoffen und wälzten dazu aktuelle Fachliteratur aus den Ernährungswissenschaften. Ihre Rezeptur haben sie auch zum Patent angemeldet.
Nach ihren eigenen Angaben sorgt BETTERGY dank seiner Mischung aus verschiedenen Koffein-Extrakten (aus Guarana, grünem Tee und Kaffeebohne) ihrer ersten Getränkereihe für ein länger anhaltendes Energielevel. „Und natürlich schmeckt es auch gut. Wir wollen uns als gesunde und nachhaltige Marke etablieren, aber unseren Fans soll es auch schmecken“.

Bewusst minimalistisches Design: So will BETTERGY aus der teils bunten und schrillen Welt der Energydrinks herausstechen. © BETTERGY

Fans mit Gefolge finden

Eine ganze Reihe an Kundinnen und Kunden konnte das junge Team schon für sich begeistern. Auf Instagram folgen der Marke bereits über 11.000 Fans. „Getränke lassen sich gut auf Instagram promoten. In den vergangenen Jahren haben zum Beispiel deutsche Rapper auch dank ihrer großen Online-Gefolgschaft viel Aufmerksamkeit für ihre eigenen Eisteesorten erhalten, die heute in jedem Regal stehen“, erklärt Sophia Schmidt, die sich im Team um das Thema Kommunikation und Social Media kümmert.
Um mit ihrer jungen Zielgruppe in Kontakt zu bleiben, arbeiten sie deshalb auch mit Influencerinnen und Influencern zusammen. „Unsere Themen wie Fitness, Gesundheit und Nachhaltigkeit treffen online auf eine interessierte Zielgruppe, Influencer haben Interesse an unserer Brand, das passt ideal.“ So hätten sie bereits mit dem „Bachelor“ aus dem Jahr 2021 zusammengearbeitet, der aus der gleichnamigen Show des Fernsehsenders RTL stammt.

Sich aufs Wesentliche konzentrieren

Neben dem Direktvertrieb über ihren Onlineshop sind die Getränke-Profis derzeit in Gesprächen mit dem Getränkegroß- und Einzelhandel. Für 2022 planen sie, ihre erste Großcharge an den Mann und die Frau zu bringen – bis zu einer halben Million Dosen könnten es werden.
Das Start-up produziert dabei nicht selbst, sondern arbeitet mit einem erfahrenen Abfüller zusammen, der nach ihrem Rezept vorgeht. „Als kleines Unternehmen ist es finanziell wenig sinnvoll, eine eigene Produktion dafür aufzubauen. Wir wollen uns ganz auf Inhalte, Marketing und Vertrieb konzentrieren – da, wo wir am schlagkräftigsten sind“, so Gründer Volkmann.

Starthaus Bremen unterstützt BETTERGY

Schlagkräftig präsentiert sich das Team auch dank der Unterstützung durch das Starthaus Bremen und Bremerhaven. Über den EFRE-Beteiligungsfonds erhielt BETTERGY eine offene Beteiligung. Der Fonds, ein Programm des Starthauses gemeinsam mit der BAB – Die Förderbank für Bremen und Bremerhaven und kofinanziert von der Europäischen Union, unterstützt junge, innovative Unternehmen mit offenen Beteiligungen sowie ergänzende Nachrangdarlehen.

„Ohne das Starthaus wäre das hier alles nicht möglich gewesen“, freut sich Nicole Schulz über die Unterstützung. „Wir konnten mit der Finanzierung neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einstellen. Wo Banken oftmals konservativ agieren, war das Starthaus offen für neue Geschäftsansätze. Eine tolle Atmosphäre herrscht hier, Bremen profitiert davon sehr.“ Statt einem eigenen Büro arbeitet das neunköpfige Team derzeit im Coworking-Space von Team Neusta, wo auch weitere Bremer Start-ups sitzen. „Eine wunderbare Möglichkeit, sich hier in Bremen etwas aufzubauen“, ergänzt Kommunikationsmanagerin Sophia Schmidt.

Um weiter zu expandieren, sucht BETTERGY derzeit noch nach neuen Investoren. „Wir haben hochgesteckte Ziele, weil wir denken, dass wir eine echte Alternative bieten können. Etwas, was die etablierten Konzerne nicht im Angebot führen. Der Getränkemarkt ist wenig innovativ und genau deshalb haben wir große Chancen“, gibt sich Volkmann optimistisch – und öffnet zischend eine Getränkedose. Ob sie von ihrem eigenen Getränk mittlerweile die Nase voll haben? „Niemals“, antwortet er lachend. „Wir lieben BETTERGY. Sonst würden wir das alles hier nicht machen.“

Und dank dieses Gründungsgeists ist BETTERGY auch das Starthaus Ding des Monats im Mai 2022. Wollt ihr mehr über unsere vergangenen Teilnehmer im „Ding des Monats erfahren? Dann geht es hier entlang:

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