28.10.2022 - Mona Fendri

Gründungswoche 2022: Gut gerüstet in die Selbstständigkeit

Gründungswoche

Die Starthaus-Initiative lädt zu Veranstaltungen rund ums Gründen ein

Petra Oetken und Monique Veeser im Starthaus
Freuen sich auf die Gründungswoche: Petra Oetken, Leiterin Starthaus Bremen & Bremerhaven, und Monique Veeser, Starthelferin (v.l.n.r.) © Starthaus/Fendri

Vom 7. bis 25. November 2022 laden das Starthaus Bremen & Bremerhaven und seine Netzwerkpartner:innen zur Gründungswoche Bremen & Bremerhaven ein. Doch was ist das Besondere daran und auf welche Highlights können sich Interessierte freuen? Ein Gespräch mit Petra Oetken, Leiterin des Starthauses, und Monique Veeser, Starthelferin.

Die Gründungswoche ist jedes Jahr aufs Neue ein Highlight für Startups, Gründende und alle, die es werden wollen. Vom 7. bis 25. November 2022 lädt die Starthaus-Initiative zu mehr als 30 Events rund um die Themen Gründung und Wachstum ein. Dabei decken sie die komplette Palette: Info-Veranstaltungen online und in Präsenz, Networking-Events, Matchmaking, Erfahrungsaustausche – für Jede und Jeden ist etwas dabei. Doch was ist das Besondere an der Gründungswoche und auf welche Highlights können sich Interessierte freuen? Wir haben mit Petra Oetken, Leiterin des Starthauses Bremen & Bremerhaven, und Monique Veeser, Starthelferin mit den Schwerpunkten Food und Starthaus Women, gesprochen.

Petra, Monique, worum geht es bei der Gründungswoche und wie ist die Idee dazu entstanden?

Petra Oetken: Die Gründungswoche selbst ist eine bundesweite Initiative, die das Ziel verfolgt, zu sensibilisieren und zu zeigen, dass Gründung auch eine Option ist, um sich beruflich zu verwirklichen. Es finden deutschlandweit in diesem Zeitraum geballte Aktionen und Angebote statt. In Bremen betreiben wir – also das Starthaus – diese Gründungswoche als koordinierende Stelle schon seit 2018. Wir haben festgestellt, dass das Netzwerk im Land Bremen so groß und die Angebotsvielfalt so divers ist, dass wir uns entschieden haben, diese bundesweite Woche, die offiziell am 14. November 2022 startet, um zwei Wochen zu verlängern und schon am 7. November zu beginnen und bis zum 25. November laufen zu lassen. Für Gründende ist es eine schöne Zeit, um sehr intensiv die komplette Themenpalette wahrnehmen zu können, das Netzwerk, aber auch andere Gründende kennenzulernen, die sich auch auf den Weg machen.

Monique Veeser: Wir versuchen nicht nur von der Themenvielfalt, sondern auch von der Gründungsphase einiges abzudecken. Zum einen ist es natürlich interessant für alle, die sich erstmals mit dem Thema Gründen beschäftigen, um bei bestimmten Themen einzusteigen, aber wir bieten auch Veranstaltungen an, die sich an Personen richten, die bereits gegründet haben und sich weiterentwickeln und vernetzen möchten.

Also Gründungsinteressierte und Personen, die sich in der Gründung befinden – das sind die Zielgruppen?

Monique:  Nicht ausschließlich, neben den Gründenden sind die Veranstaltungen für Personen aus dem Bremer Gründungsökosystem interessant, um mit den Gründenden in den Kontakt zu kommen.

Petra: Ich glaube, es ist in Summe eine ganz lebhafte Reise. Wir sprechen immer von Gründungsinteressierten und von Jungunternehmen, dabei ist der Übergang oft fließend. Das heißt, wenn wir uns nur an Gründungsinteressierte richten würden, mit Fragen wie „Wie komme ich zu einer Idee?“, „Was sind die ersten Schritte?“, dann wären wir schnell mit den Themen durch. Aber da die Übergänge so schnelllebig sind, ergeben sich weiterführende Fragen: Wie akquiriert man erste Kundinnen und Kunden? Wie bekommt man eine Finanzierung? Und wir versuchen, diese Vielfalt abzudecken.

Banner zur Gründungswoche vom 7. bis 25. November
Vom 7. bis 25. November 2022 lädt die Starthaus-Initiative zu mehr als 30 Events rund um die Gründung ein. © Starthaus

Was ist das Besondere gerade an diesem Konzept? Warum sollte man zur Gründungswoche kommen?

Petra: Wer das Thema spannend findet und sich damit beschäftigt, findet in dieser Zeit alle Themen, alle Ansprechpartner:innen, unterstützende Unternehmen und Weggefährten. Man findet alles vor Ort, sehr geballt in dieser Zeit.

Monique: … und sehr niedrigschwellig. Man kann sich zu allen Veranstaltungen über die Internetseite des Starthauses Bremen & Bremerhaven anmelden und findet dort auch alle Veranstaltungen unserer Netzwerkpartner:innen. Die Angebote stehen für alle, die sich für das Thema Gründung interessieren, offen.

Das Thema Food spielt bei der diesjährigen Gründungswoche eine wichtige Rolle. Warum?

Monique: Ich würde nicht sagen, dass das Thema nur dieses Jahr eine Rolle spielt, weil Food-Gründungen gerade im Land Bremen sehr relevant sind. Dieses Jahr sind wir allerdings mit der HANSE KITCHEN in die Zusammenarbeit gestartet und haben das als Anlass genommen, um gemeinsam eine Veranstaltung zu organisieren. Das Event im Rahmen der Gründungswoche heißt „Food Industrie trifft Startups“ und findet am 10. November statt. Die Veranstaltunghaben wir zusammen mit Christian Holz, Projektleiter bei der Hanse Kitchen, in die Wege geleitet. Durch die zusätzliche Kooperation mit der NaGeB können wir eine gute Mischung aus Food-Startups und etablierten Lebensmittelunternehmen in Bremen erreichen.

An dem Abend haben alle Food-Interessierten die Möglichkeit, mehr über die HANSE KITCHEN und die Arbeit des NaGebs zu erfahren sowie über die konkrete Zusammenarbeit von Lebensmittelunternehmen mit Food-Startups. Hierfür werden Expertinnen und Experten von der Allos Hofmanufaktur und der Prolupin GmbH über ihre Erfahrungen berichten. Zum Abschluss planen wir ein „Speed-Dating“, um Startups und Industrie miteinander zu vernetzen.

Food ist aber nicht das einzige Thema bei der Gründungswoche. Auf welche Veranstaltungen freut ihr euch besonders?

Petra: Als Highlight kann ich die Auftaktveranstaltung im Club Modernes nennen, die am 8. November stattfindet. Wir fangen mit einer „Bremer Support Arena“ an und haben vor Ort 15 Stände, an denen Gründende und Gründungsinteressierte direkt in die Beratung gehen und sich das nötige Know-how reinholen können. Es geht um Themen wie Krankenversicherung, Finanzierung, Finanzamt, Patent- und Markenrecht und vieles mehr. Die ganzen einzelnen Stationen der Gründung sind vor Ort in der Support Arena abgedeckt. Die Veranstaltung geht bis in den Abend hinein, sodass alle Zeit haben, sich auszutauschen. Im Übergang wird dann der Netzwerkcharakter in den Fokus rücken. Mit dem Modernes haben wir eine Location, in der man niedrigschwellig und schnell mit den Expertinnen und Experten sowie mit anderen Gründenden ins Gespräch kommen kann.

Monique: Ich freue mich besonders auf den Kaminabend, den wir im Startup-Bereich organisieren. Das Thema Investierendensuche ist ein ganz relevantes, hier möchten wir uns auch in Zukunft breiter aufstellen. Und da starten wir mit diesem Kaminabend, der den Namen „Let´s talk about Investment“ trägt und am 23. November im Bremer Presse-Club stattfindet. An diesem Abend laden wir Startups ein, die selbst schon ein Investment erhalten haben sowie Investorinnen und Investoren, die bereits in Startups investiert haben. In offener Atmosphäre können diese ihre Erfahrungen und vor allem Learnings mit allen teilen, damit andere Startups und Investierende davon profitieren können.

Das Starthaus koordiniert die Gründungswoche seit 2018. Welche Learnings habt ihr aus den vergangenen Veranstaltungen mitgenommen?

Petra: In den letzten beiden Jahren hatten wir unter anderem Learnings im Bereich der digitalen / analogen Veranstaltungen – welche Formate besser im einen oder anderen Bereich funktionieren. Auch haben wir jedes Jahr in der Gründungswoche ein neues Format oder Thema, zum Beispiel der Kaminabend. Wir gucken dann, wie es bei den Teilnehmenden ankommt.

Gab es in der Vergangenheit Veranstaltungen, die besonders gut ankamen?

Petra: Das ist ganz unterschiedlich. Die Auftaktveranstaltung ist immer ein bisschen größer angelegt. Letztes Jahr gab es die Reihe „Founder to Founder“, also Jungunternehmende für Jungunternehmende, da ging es um persönliche Erfahrungen und Expertise, die man aufgebaut hat. Jungunternehmende müssen in kurzer Zeit sehr viele Dinge lernen und können das Gelernte dann an die nächste Generation von Gründenden weitergeben. Diese Reihe erwies sich auch als sehr wertvoll, denn es ist eine andere Art der Kommunikation, als wenn ein Experte oder eine Expertin mit zig Jahren Erfahrung referiert. Dann haben wir auch wiederkehrende Themen, die nicht nur während der Gründungswoche sehr gefragt sind, zum Beispiel die Frage der Gründung im Nebenerwerb.

Was erhofft ihr euch von der diesjährigen Gründungswoche? Gibt es schon Pläne für das nächste Jahr?

Petra: Ich fange mal mit dem zweiten Teil der Frage an: Nein! (lacht). Für die nächste Gründungswoche haben wir noch keine Pläne. Meistens ist es so, dass wir vor den Sommerferien anfangen, alle zusammenzutrommeln und erste Ideen zu sammeln. Was wir eher machen, ist erstmal ganz grundsätzlich auf das Jahr 2023 im Rahmen unserer Event-Planung zu blicken und zu definieren, was wir über das Jahr bringen wollen. Und von der diesjährigen Gründungswoche erhoffen wir uns, dass alle Teilnehmenden viel Freude haben, viele gute Kontakte knüpfen, viel Input bekommen und die nötige Inspiration finden, sich auf die Reise in die Gründung zu machen.

Wie ist eurer Meinung nach die Bremer Gründungsszene aufgestellt?

Petra: Das Besondere an Bremen ist, dass es ein Stadtstaat ist. Die Dichte der Gründungen ist in einem Stadtstaat einfach hoch und das ist in Bremen genauso. Hier gibt es eine recht große, lebendige Gründungsszene, sowohl in Bezug auf die Gründenden selbst als auch bei Akteurinnen und Akteuren. Man befindet sich hier in einem kleinen, sehr lebendigen Tiegel, in dem man ganz viel Unterstützung findet. Man gibt Kontakte weiter, hilft einander, gibt sein Wissen weiter.

Monique: Das ist ein Feedback, das wir oft von Gründenden bekommen. Das ganze Gründungsökosystem ist in Bremen und Bremerhaven sehr unterstützend und die Wege sind sehr kurz. Dadurch, dass das Land Bremen sehr klein ist, begegnet man sich in der Gründungsszene sehr häufig – zum Beispiel auf Veranstaltungen. Alle versuchen, sich gegenseitig so gut es geht zu unterstützen.

Vielen Dank für das Gespräch!

An einer Gründung interessiert? Schreibt uns gern eine Mail an info@starthaus-bremen.de oder ruft uns unter +49 (0)421 9600 372 an, wenn ihr Fragen zu eurer Gründung(sidee) habt. Wir haben die Antworten.

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