24.6.2021 - Insa Stepniewski

Social Business Community: Let’s come together!

Social Entrepreneurship

Interviewserie: Antrieb, Motivation und Schnittmengen der Social Entrepreneur:innen im Land Bremen?

Sechs Leute arbeiten an einem Tisch, Perspektive von oben

Um die Social Impact Community in Bremen zu stärken, möchten wir euch und eure Motivationen sehen und kennenlernen – wir wollen erfahren, welche Schnittmengen es in der Community gibt, wo wir uns gegenseitig unterstützen und bereichern können. Erfahrt mehr in unserer Interviewserie – ab sofort hier!

Ein Social Business zu gründen ist oft eine sehr persönliche Sache. Menschen sehen Probleme oder Missstände in der Gesellschaft und möchten ihre Zeit und Energie dafür einsetzen, Teil einer Lösung zu sein. Hinter vielen Social Startups stehen Menschen mit ihrer ganz eigenen Motivation und ihren individuellen Geschichten.

Den Anfang dieser Serie macht Hanna Ehlert, stellvertretende Standortleiterin des Social Impact Labs Bremen, Trainerin und Beraterin. Hanna ist Prozessbegleiterin, partizipative Gestalterin, Organisationsentwicklerin und Yogalehrerin. Ihr Job ist es, die Stärken von Organisationen, Gruppen und Individuen herauszuarbeiten und sie in Veränderungs- und  Wachstumsphasen zu begleiten.

Wir haben Hanna zu ihrer Position beim Social Impact Lab Bremen und zu ihrer ganz persönlichen Verbindung zu diesem Job befragt.

Warum arbeitest du beim Social Impact Lab?

Hanna: Ich beschäftige mich mit gesellschaftlichen und politischen Transformationsprozessen und der Frage, wie sich gemeinwohlorientierte Entwicklungen in allen Bereichen - im persönlichen, politischen, zivilgesellschaftlichen und unternehmerischen Handeln – durchsetzen können. Das tue ich sowohl in meiner freiberuflichen Arbeit als Prozessbegleiterin mit politischen Initiativen und als Lehrbeauftragte an verschiedenen Universitäten als auch im Zuge meiner Arbeit beim Social Impact Lab Bremen. Diese unterschiedlichen Bereiche ergänzen sich wunderbar, da die Bedarfe und Herausforderungen sich ähneln, die Herangehensweisen jedoch teilweise variieren. In der Begleitung von Gründer:innen nehme ich eine Gestaltungs- und Veränderungsfreude wahr, die mir gut gefällt und mich selbst motiviert. Ich sehe meine Rolle darin, sie zu bestärken, sich von vermeintlich vorgegebenen Lösungen zu emanzipieren und eigene mutige Herangehensweisen auszuprobieren – und damit wirksam an der Lösung von gesellschaftlichen Herausforderungen mitzubauen.

Welches ist dein Lieblings-Workshopthema und warum?

Hanna: Das kann ich nicht eindeutig beantworten. Fast alle Workshopthemen habe ich eingebracht und konzipiert, indem ich mich sowohl an den in den Beratungen aufgekommenen Bedarfen orientiert habe, als auch an wichtigen Themen, die ich aus meinem beruflichen Wirken als Nachhaltigkeitsökonomin und Prozessbegleiterin wahrnehme. Zusätzlich spüre ich meine Kraft und Motivation vor allem, wenn ich Sachen erarbeite, die ich als sinnvoll empfinde – wenn das nicht der Fall ist, dann fehlt mir der lebendige Schwung.

Die von mir angeboten Workshops lassen sich grob in zwei Cluster unterteilen. Erstens: praktisch-orientierte (hands-on) Workshops – beispielsweise der Workshop zur Arbeit am Social Business Model Canvas. Und zweitens: Workshops, die Hintergrundwissen einbringen, zur (Selbst-)Reflexion anregen und sich im weiteren Prozess entfalten – beispielsweise der Workshop Alternative Wirtschaftsweisen oder Kollegial geführte Unternehmen.

Ein Workshop im Freien
In Präsenz statt digital - die erste Vor-Ort-Beratung nach einer langen Zeit des Lockdowns bei hochsommerlichen Temperaturen unterm Walnussbaum einer Solidarischen Landwirtschaft © Hanna Ehlert

Was daran betrifft dich auch im persönlichen Leben ganz besonders?

Hanna: Aus meinem biografischen Hintergrund und meiner Lebenserfahrung heraus (ohne an dieser Stelle weiter darauf einzugehen) beschäftigen mich persönlich und beruflich die Themen (und ihre Polaritäten) (Selbst-)Ermächtigung statt Unterdrückung, entwerfend statt unterwerfend, Wohlwollen statt Missgunst, Kraft statt Macht und vieles, was damit einhergeht. Und auch das Thema, wie aus schwierigen Umständen und Krisen wertvolle, wachstumsfördernde Situationen entstehen können.

Welchen Grundsatz für Social Entrepreneurship kannst du aus diesem Thema ableiten?

Hanna:

  • Genug Zeit für Reflexionsprozess - alleine, im Team und mit dem Umfeld
  • Mit dem Flow gehen und vieles verwerfen – also gucken, wo die Energie hingeht und dieser zu folgen, statt sich kräftezehrend an Widerständen abzuarbeiten
  • Sich immer wieder zu erlauben, zu entwerfen statt sich gegebenen Normen und Strukturen zu unterwerfen – bezogen auf die Lebensgestaltung, die Geschäftsidee, die Organisationsform, die Zusammenarbeit und vieles mehr gibt es so viele spannende alternative Haltungen und Wege

Welche Methoden vermittelst du im Workshop, die konkret der Umsetzung im eigenen Social Business dienen?

Hanna: Gute Frage, die mich zum Nachdenken anregt, da ich nicht wirklich methodenaffin bin, sondern eher prozessorientiert arbeite. Das bedeutet, dass das was passiert aufgegriffen und sinnvoll verarbeitet wird. Ich denke, dass die Wirkungstreppe (von Phineo), das sogenannte Impact Mapping und auch der Golden Circle hilfreiche Tools sind, um zu erforschen, an welchen Herausforderungen man aus welcher Motivation heraus mitwirken will, mit welcher Haltung man das tun möchte und welche Handlungsstrategie dafür zielführend ist.

Was hast du selbst beim Erarbeiten des Themas dazugelernt?

Hanna: Bei allen Workshops lerne ich viel dazu – sowohl in der inhaltlichen Vorbereitung als auch im Workshop selbst durch die Fragen, Geschichten und Reaktionen der Teilnehmer:innen. Was mich immer wieder beeindruckt und mich darin bestärkt, weiter so zu arbeiten, wie ich es tue, ist die Erfahrung, dass für viele Teilnehmer:innen (egal aus welchem Kontext) es neu, befreiend und motivierend ist, mit dem Flow zu gehen und nach dem eigenen Modus zu arbeiten und zu gestalten.

Seht ihr Schnittmengen in eurer und der Arbeit von Hanna? Denkt ihr, Hanna könnte euch im Rahmen unseren Programms Social Entrepreneur by Starthaus in eurer Gründungsidee eines Social Startups unterstützen? Dann schreibt uns eine Mail an info@starthaus-bremen.de. und nehmt unser kostenloses Beratungsangebot wahr. 

Wenn ihr Social Startups aus Bremen kennt, die wir unbedingt kennenlernen sollten, oder selbst von eurer Erfahrung als Social Entrepreneur:innen berichten möchtet, schreibt uns eine Mail an socialmedia@starthaus-bremen.de. Wir freuen uns auf euch.
Die aktuellen Workshops aus dem Bereich Social Entrepreneurship findet ihr hier.

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