16.2.2021 - Vanessa Roth

Investieren in der Krise

Erfolgsgeschichten

Warum ein Veranstaltungskaufmann jetzt auf Kohl und Pinkel setzt

Gelbes Schild mit der Aufschrift "Bitte Abstand halten" vor dem Foodtruck
Mit Abstand - der coronakonforme Mittagstisch der FOOD MAN GROUP © FOOD MAN GROUP, Sebastian Eckert

Inmitten der Corona-Pandemie denken nur wenige Norddeutsche an Kohltouren, ein jeder schwelgt aber in Erinnerungen. Sebastian Eckert erinnert sich nicht nur, sondern möchte das Kohlfahrt-Feeling Coronakonform aufleben lassen. Wie das aktuell funktionieren kann, erfahrt ihr hier.

Als Eventagentur ist es dieser Tage nicht leicht. Denn schon vor einem Jahr, mit Beginn der Pandemie, segelten die Absagen für Veranstaltungen nur so in die Agenturen. Lange war nicht klar, wie sich die Situation entwickeln wird, obgleich die Sommermonate erste Lichtblicke boten. Doch spätestens mit dem Herbst kamen auch wieder die Einschränkungen. Und mit diesen stieg die Notwendigkeit, neue Ideen zu kreieren, um das Geschäft am Laufen zu halten.

Schon vor der Pandemie hat Eckert über eine Geschäftsfelderweiterung nachgedacht. „Catering war für uns immer ein Thema, mit dem wir uns als Fullservice-Eventagentur beschäftigen. So entstand schon früh die Idee einen Foodtruck zu kaufen und auf eigenen Events einzusetzen“, erklärt der Gründer. „Die Situation machte dies aber nicht möglich. Denn die Events blieben aus.“ Nichtsdestotrotz hielt der Eventmanager nicht still, sondern analysierte den Einsatz und das Konzept des Foodtrucks. So entstand die Marke „FOOD MAN GROUP“. Dahinter verbirgt sich ein vorerst saisonales Catering-Angebot: die coronakonformen Grünkohl-Mittagstische als Kantinenersatz.

Lange Zeit beschäftigte sich Eckert mit der Umsetzung. Wie kann man in Zeiten des Lockdowns, der Kontaktbeschränkungen und der strengen Hygienevorschriften den Unternehmen und Mitarbeitenden ein Stück weit Normalität geben? Denn gesellige Kohlfahrten, wie sie jeder in Bremen kennt, fallen 2021 aus. Kohlfahren, das ist wohl eine Norddeutsche Spezialität: Ab dem ersten Frost bis in den März hinein ziehen Begeisterte mit ihrem Bollerwagen, Getränken und Spielen los um schließlich in einem Gasthaus ihrer Wahl Grünkohl mit Kassler und der Pinkelwurst zu verzehren.

Die Lösung: Unternehmen können die FOOD MAN GROUP für ihren Firmen-Mittagstisch buchen. „Wir wollen hier ganz klar sagen, dass die Gesundheit aller wichtig ist und hier kein Event-Charakter entsteht“, betont Eckert. „Wir animieren nicht zu einer Party, aber wollen den Unternehmen in Bremen und umzu die Möglichkeit bieten, ihren Mitarbeiter:innen ein Stück Tradition und Gemeinschaftsgefühl auch während Corona zu ermöglichen. Der Mittagstisch ist ein digitales Zusammenkommen.“ Dazu bereiten Eckert und sein Team den norddeutschen kulinarischen Klassiker Grünkohl und Pinkel , aber auch vegetarische Alternativen, in kompostierbaren Portionsverpackungen vor. Mit einem entsprechenden Stundenplan holen Mitarbeiter:innen ihre Portionen ab und erhalten statt des üblicherweise dazugehörenden Korns einen alkoholfreien Ingwershot zum Anstoßen dazu.

Und das Angebot wird angenommen. Auch wenn, die Homeoffice-Pflicht dem Ganzen wieder einen Dämpfer gab. Aber auch davon lässt sich der Eventmanager nicht unterkriegen: Kurzerhand wurde es mit einem regionalen Fleischerei-Partner möglich gemacht, die Speisen ins Homeoffice zu liefern. Dort erhalten die Beschäftigten ein Weckglas, welches sie ganz einfach in der Mikrowelle oder im Wasserbad erhitzen können. Das digitale Treffen zum Essen bleibt wie gehabt bestehen.

Im Starthaus wurden die Herausforderungen und Chancen aufgezeigt, erinnert sich Eckert. Denn ursprünglich sollte die „FOOD MAN GROUP“ keine Marke der Eventagentur sein, sondern ein eigenständiges Catering-Unternehmen. „Ich bleibe weiterhin im Kontakt mit dem Starthaus, denn irgendwann wird ein Licht am Ende des Tunnels sichtbar, und wir können unser Konzept weiter ausbauen“, so Eckert. „Ich kann anderen Gründer:innen auch nur an Herz legen, Institutionen wie das Starthaus in die Geschäftsmodellplanung zu involvieren. Hilfe anzunehmen ist kein Zeichen von Schwäche.“

Ein bisschen Normalität inmitten des Homeoffice, Lockdowns und Coronakontextest – das verspricht das Konzept von Sebastian Eckert. Wir sind gespannt, wo wir ihn und die FOOD MAN GROUP künftig wiedersehen.

Lust auf mehr?

Für Buchungen oder Anfragen steht euch die FOOD MAN GROUP unter 0421 959 10 222 oder moin@foodman.net zur Verfügung. Einen Einblick bekommt ihr hier!

An einer Gründung interessiert? Schreibt uns gern eine Mail an info@starthaus-bremen.de oder ruft uns unter +49 (0)421 9600 372 an, wenn ihr Fragen zu eurer Gründung(sidee) habt. Wir haben die Antworten.

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