10.10.2022 - Jann Raveling

Französische Privatköchin Bénédicte Barth in Bremen

Erfolgsgeschichten

Mit ein wenig „Surprise“ und jeder Menge Herz

Bénédicte Barth
Privatköchin mit französischen Wurzeln und Bremen-Liebe: Bénédicte Barth © Starthaus/Raveling

Eine Französin mit Leidenschaft für gute Küche und Bremen – Bénédicte Barth hat in der Hansestadt ihren Platz gefunden. Als Köchin hat sie sich nun selbstständig gemacht. Und kocht für uns zwei wunderbar einfache Spätsommer-Gerichte.

„Viele haben großen Respekt vor der französischen Küche. Dabei ist sie meistens ganz einfach, zaubert mit wenigen guten Zutaten wunderbare Gerichte“, erklärt Bénédicte Barth, während sie zwei Auberginen in dünne Scheiben schneidet, mit Öl beträufelt und in den Backofen schiebt.

Heute macht sie für uns Auberginen-Surprise und Schweinefilet mit Mirabellen – wie gemacht für den Spätsommer. Und erzählt dabei ihre Geschichte.

Empfohlener redaktioneller Inhalt
Wenn Sie auf "Youtube aktivieren" klicken, werden die Inhalte von Youtube geladen und Daten von Ihnen an Youtube übermittelt. Der Dienstleister befindet sich in den USA. Für die USA besteht kein angemessenes Datenschutzniveau. Sofern Sie keine Datenübermittlung wünschen, klicken Sie bitte nicht den Button. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzinformation.
Leider ist beim laden des externen Inhalts etwas schiefgelaufen.

Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Der eigenen Leidenschaft folgen

Aufgewachsen in einer Großfamilie in der kleinen französischen Stadt Cognac, entdeckte sie früh ihre Liebe zu Deutschland, insbesondere nach einem ersten Schüler:innenaustausch mit 13 Jahren. „Deutsch war meine erste Fremdsprache und hat mir von Anfang an viel Spaß gemacht“, erinnert sie sich.

Nach verschiedenen Stationen kam sie 1996 in Bremen an. Als Betriebswirtin arbeitete sie seitdem lange Zeit im Marketing und Vertrieb großer Konzerne in der bremischen Lebensmittelindustrie.

„Mit 50 habe ich mir aber dann die Sinn-Frage gestellt: Was kann ich mit meiner Begeisterungskraft und Motivation noch machen, worauf will ich mich wirklich fokussieren?“, erinnert sie sich. Der leidenschaftlichen Hobbyköchin kam ihre Liebe für die französische Küche in den Sinn und die Lebensfreude einer geselligen Runde beim stundenlangen, gemeinsamen Essen, wie es viele Französinnen und Franzosen lieben – wenn sie in ihrem Alltag Zeit dafür finden.

Ein bisschen savoir vivre für die Norddeutschen

Und so wurde die Idee zu „À table! Chez vous“ geboren – Zu Tisch bei euch. Barth tritt als „Cheffe à domicile“ auf, als Privatköchin. Und bekocht kleine Runden von acht bis zwölf Personen bei Familienfeiern, Partys oder bei kleinen Firmenevents.

Dabei greift sie auf saisonale Gerichte aus ganz Frankreich zurück. So wie heute: Sie bestreicht die gegrillten Auberginenscheiben mit einer Creme aus Ziegenfrischkäse, Walnüssen und Minze, rollt sie dann ein – fertig sind die „Auberginen Surprise“, eine einfache, aber geschmacksintensive Vorspeise.

Ein Teller Schweinefilet mit Mirabellen
Frisch bei euch zu Hause zubereitet: Schweinefilet mit Mirabellen à la Bénédicte Barth. © Starthaus/Raveling

Entspannt bekochen lassen

„Unter drei Gängen geht bei mir gar nichts. Ich möchte die Menschen zusammenbringen, ihnen Zeit verschaffen, ganz entspannt zu genießen. Deshalb komme ich auch gern zu ihnen nach Hause, in ihre gewohnte Umgebung“, erzählt sie.

Sie nutzt dabei die Küche der Gastgeberin oder des Gastgebers und bringt an Töpfen, Pfannen und Tellern mit, was noch fehlt. Zuhause bereitet sie nur Gerichte mir langer Vorlaufzeit vor, etwa Schmortöpfe. Im Anschluss räumt sie wieder auf, alles wird so zurückgelassen wie vorgefunden. Zurück bleibt nur das wohlige Gefühl eines entspannten und geselligen Abends – so wünscht es sich Barth zumindest.

Dem Onkel die Rezepte abgeschaut

Manche Rezepte bringt sie noch aus ihrer Kindheit mit, wo sie ihrer Mutter oder ihrem Onkel Antoine beim Kochen zusah, andere kommen aus Internetblogs. Immer bringt sie ihren ganz persönlichen Touch ein. So wie beim Schweinefilet mit Mirabellen. Bei diesem einfachen, spätsommerlichen Gericht schmort sie ein Schweinefilet langsam mit Schalotten und den gelben Sommerfrüchten, reduziert anschließend die Sauce mit Honig und Senf ein. Letzterer ist natürlich original französischer Maille à l'Ancienne, Senf mit ganzen Körnern. „Die Sauce hat eine zarte Süße, die ganz hervorragend zum Schwein passt“, erklärt sie, während sie mit routinierten Handgriffen das Filet in Medaillons zerteilt und die Sauce darüber träufelt.

Rezepte

Auberginen „Surprise“

2 Auberginen
150 Gramm Ziegenfrischkäse
2-3 Stängel Minze
50 Gramm Walnüsse
Piment d‘Espelette

Auberginen der Länge nach in 0,5 cm breite Scheiben schneiden und ein Backblech legen. Mit Olivenöl beträufeln, salzen und pfeffern und 20 Minuten bei 180 Grad Umluft im Ofen backen. Zwischenzeitlich Frischkäse mit Minze und Walnüssen pürieren, abschmecken mit Salz, Pfeffer und etwas Piment d‘Espelette. Auberginen kurz auskühlen lassen, ein Teelöffel der Masse auf eine Scheibe geben und einrollen.

Schweinefilet mit Mirabellen

1 Schweinefilet
4-5 Schalotten
150 Gramm Mirabellen
Honig
grobkörniger Senf

Schalotten schälen, halbieren und in einem Schmortopf mit Olivenöl andünsten. Schweinefilet hinzugeben, von allen Seiten leicht anbraten, salzen und pfeffern. Mirabellen waschen und entsteinen und dazugeben. Ablöschen mit 250 ml Wasser. Mit geschlossenem Deckel 20 Minuten schmoren. Schweinefilet herausnehmen und Sauce einkochen bis zur gewünschten Sämigkeit. Dabei mit einem Esslöffel Honig und Senf abschmecken.

Starthaus macht die Gründung perfekt

Der Start in die Selbstständigkeit gelang auch dank des Starthauses Bremen & Bremerhaven. Aus den vielfältigen Angeboten stellte sie sich ihr ganz persönliches Rezept für die Selbstständigkeit zusammen. „Bei der Gründungswoche im November 2021 habe ich viel wertvolles Wissen erhalten, ob nun zu Finanzen, Marketing, Unternehmensentwicklung oder Ähnliches. Zusammen mit einer Existenzgründungsberaterin von Frauen in Wirtschaft FAW habe ich dann die Gründung vorbereitet“, erklärt Barth. Der Verein FAW ist als Kooperationspartner Teil des Starthaus-Netzwerks.

„Außerdem besuche ich auch heute noch regelmäßig den Female Founder Coffee Club. Da tauschen wir uns mit anderen Gründerinnen aus. Das ist ein unheimlich wertvolles Format. Ich erhalte da viele Tipps, aber auch Bestätigung für meinen Weg“, so Barth. Ein Format, das sie anderen Gründerinnen nur empfehlen kann – es sei eben einfacher, über manche Themen in reinen Frauenrunden zu sprechen.

Nach einem knappen halben Jahr Selbstständigkeit kann Barth bereits auf einige gesellige Abende und viel positives Feedback zurückblicken. Mit der nun anstehenden Wintersaison erhofft sie sich weitere Engagements, etwa bei Weihnachtsfeiern im kleinen Kreis. Auch dafür bietet ihr die französische Küche jede Menge Inspiration.

An einer Gründung interessiert? Schreibt uns gern eine Mail an info@starthaus-bremen.de oder ruft uns unter +49 (0)421 9600 372 an, wenn ihr Fragen zu eurer Gründung(sidee) habt. Wir haben die Antworten.

Erfolgsgeschichten


Erfolgsgeschichten
25.11.2022
„Ich fotografiere meine Kundinnen so, wie ich als Frau selbst fotografiert werden möchte“

Als Fotografin hat sich Beata Zawacki auf den Nischenbereich der Boudoir-Fotografie spezialisiert. In ihrem Studio in dem Bremer Stadtteil Neue Vahr Nord stellt sie weibliche Sinnlichkeit, Sex-Appeal und Selbstbewusstsein in den Vordergrund.

Zum Fotostudio
Pressemitteilung
18.11.2022
BAB und Starthaus eröffnen Veranstaltungsraum in Bremen

Ein zentraler Ort für die Gründungs- und Unternehmer:innen-Szene sowie für das Thema Wohnen in Bremen. Das verspricht das sogenannte BAB LAB. Am Freitag eröffnete die BAB – Die Förderbank gemeinsam mit dem Segment Starthaus das BAB LAB in der Bischofsnadel 6 – direkt im Herzen Bremens und damit unweit der Zentrale am Domshof 14/15.

Zur Pressemitteilung
Starthaus Women
11.11.2022
„Unsere Aufgabe ist es nicht, Wände pink zu machen, sondern reale Bedürfnisse zu erfüllen.“

Carolina Bergedieck und Johanna Hannemann haben sich direkt nach dem Studium mit einem Design- und Innenarchitekturstudio selbstständig gemacht. Dass sie sich heute aufeinander verlassen können, haben sie einer Panne zu verdanken – im wahrsten Sinne des Wortes.

Das ist ihre Story